Ein Porträt der Güte im Amsterdam Cemevi: Der Film „Elif Ana“

Ein Porträt der Güte im Amsterdam Cemevi: Der Film „Elif Ana

Es gibt Begegnungen, die im Kalender zwar als „Veranstaltung“ markiert sind, in den Seelen jedoch als ein „Ritual“ erlebt werden. Vor kurzem war das Amsterdam Cemevi Gastgeber einer solch historischen und spirituellen Zusammenkunft. Der Film über das Leben von Elif Ana (Elif Sugan), der weisen Mutter Anatoliens und Gefährtin derer, die in Not sind, wurde unter der Teilnahme des Regisseurs Kazım Öz dem Publikum präsentiert. Doch diese Vorführung war nicht nur ein Kinoevent; es war ein „Treffen der Seelen“ (Can Buluşması), bei dem Menschen, die fern von ihren Wurzeln leben, sich wieder mit ihrem Wesen, ihrem Glauben und ihrem kollektiven Gedächtnis vereinten.

Der Geist des Ortes: Die Wahrheit, die vom Kino ins Cemevi getragen wird

Dass der Film unter dem Dach eines Cemevi gezeigt wurde, verleiht der Veranstaltung eine vielschichtige Bedeutung. In der Alevitisch-Bektaschitischen Tradition sind Cemevis nicht nur Gotteshäuser, sondern auch „Plätze“ (Meydan), an denen Gerechtigkeit, Teilen und das gesellschaftliche Gedächtnis bewahrt werden. Dass Elif Anas Lehre der „Güte“ und „Menschlichkeit“, der sie ihr Leben widmete, an diesem heiligen Ort auf die Leinwand projiziert wurde, verwandelte den Film von einer Fiktion in eine „Bezeugung der Wahrheit“.

Der Ausdruck „Worte fanden ihre Bedeutung“ weist auf den Punkt hin, an dem sich die tiefe Schlichtheit von Elif Anas Leben mit der spirituellen Atmosphäre des Cemevi vereinte. Die Zuschauer hörten auf der Leinwand die Stimmen ihrer eigenen Großväter, Großmütter und ihres uralten Landes.

Das Kino von Kazım Öz: Eine Brücke des Gewissens

Die persönliche Teilnahme des Regisseurs Kazım Öz hob die Distanz zwischen Filmemacher und Publikum auf und schuf einen Raum des kollektiven Austauschs. Das sozialrealistische Kino von Öz präsentierte Elif Anas von Wundern geprägtes Leben nicht nur als mystische Erzählung, sondern auch als Dokument der Leiden, der Ungerechtigkeiten und der trotz allem bewahrten würdevollen Haltung dieser Geografie.

Jene Momente, in denen „der Kloß im Hals stecken blieb“, entsprangen nicht nur der Trauer, sondern dem Erkennen eines gemeinsamen Schicksals. Kazım Öz entführte die Teilnehmer in Amsterdam von den staubigen Straßen Maraş’ auf eine Reise in ihr eigenes Inneres.

Die Sprache des Schweigens und das Auffrischen von Erinnerungen

Die eindringlichste Feststellung des Abends war zweifellos: „Manchmal reichte es auch, zu schweigen…“ Das Kino erzählt die größte Wahrheit manchmal nicht durch viele Worte, sondern in tiefster Stille. Für eine Diaspora-Gemeinschaft erzeugt der enge Kontakt zu den eigenen kulturellen Werten eine emotionale Intensität, für die Worte oft nicht ausreichen. Die Stille im Amsterdam Cemevi war eigentlich ein stiller Schrei nach der Sehnsucht zu den Wurzeln, dem Bedürfnis nach Elif Anas Barmherzigkeit und dem Glauben an das Gute.

Der Satz „Erinnerungen wurden aufgefrischt“ betont die Verbundenheit der Zuschauer mit ihrer eigenen Vergangenheit, ihrer Kindheit und jener fast verlorenen, reinen Güte Anatoliens. Elif Ana wurde von einem Filmcharakter zu der „Mutter-Figur“ im Herzen eines jeden Teilnehmers.

Die grenzenlose Kraft der Güte

Dieser besondere Abend im Amsterdam Cemevi bewies, wie Kunst und Glaube, wenn sie verschmelzen, zu einer heilenden Kraft werden können. Diese Reise in die Welt von Elif Ana unter der Führung von Kazım Öz erinnerte die Teilnehmer erneut an die universelle Botschaft: „Güte ist gut.“

Denen zu danken, die sich für diesen Abend eingesetzt haben, den Teilnehmern, die ihre Herzen dieser Geschichte geöffnet haben, und Kazım Öz, der diese Brücke geschlagen hat, bedeutet letztlich, dem Bemühen zu danken, eine Tradition, eine Identität und die grundlegendste Tugend des Menschseins am Leben zu erhalten. Das Licht von Elif Ana wird in der Wärme des Cemevi am kühlen Abend von Amsterdam weiterleuchten.

Dank der verbindenden Kraft der Kunst wurde an jenem Abend in Amsterdam einmal mehr daran erinnert: Güte ist die stärkste Brücke, die uns verbindet, egal wo auf der Welt wir uns befinden.

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Dogan Büyükbaş
Dogan Büyükbaş
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